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Götz George – Wikipedia

Götz George

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George bei der Romyverleihung 2009in Wien, wo er für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde

Götz George (* 23. Juli 1938 in Berlin; † 19. Juni 2016) war ein deutscher Schauspieler. Große Popularität erlangte George in Deutschland als Duisburger Kommissar Horst Schimanski in der Krimireihe Tatort, zu deren beliebtestem Kommissar er in einerEmnid-Umfrage 2008 gewählt wurde.[1]

Leben

Kindheit und Jugend

Götz George entstammte einer Schauspielerfamilie. Sein Vater Heinrich George war ein berühmter Film- und Theaterstar seiner Zeit, seine Mutter Berta Drews war ebenfalls eine bekannte Schauspielerin. Der Vater, der ihm den Vornamen in Anlehnung an seine Lieblingsrolle Götz von Berlichingen gab, starb 1946 in dem von der Sowjetunion betriebenen Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen. Götz wuchs mit seinem älteren Bruder Jan (* 1931) bei seiner Mutter in Berlin auf, besuchte in Berlin-Lichterfelde die Berthold-Otto-Schule und später bis zur Mittleren Reife das Lyceum Alpinum in Zuoz. Jan George wurde Fotograf, Dokumentar- und Werbefilmer.[2]

Schauspielkarriere

Götz George als Horst Schimanski (2007)

Sein Bühnendebüt hatte Götz George 1950 in William Saroyans Mein Herz ist im Hochland am Berliner Hebbel-Theater. 1953 bekam er neben Romy Schneider seine erste kleine Filmrolle in Wenn der weiße Flieder wieder blüht. Im selben Jahr spielte er erstmals, wie später noch oft, an der Seite seiner Mutter Berta Drews in Shakespeares Richard III.. Von 1955 bis 1958 studierte er am Berliner UFA-Nachwuchsstudio bei Else Bongers. In dem DEFA-Film Alter Kahn und junge Liebe stand er 1956 das erste Mal in einer Hauptrolle vor der Kamera. Die entscheidende schauspielerische Ausbildung erhielt er jedoch in der Zeit von 1958 bis 1963. Auf den Rat seiner Mutter hin spielte er am Deutschen Theater in Göttingen unter der Leitung von Heinz Hilpert. Nach dessen Tod schloss er sich nie wieder einem festen Ensemble an, er stand aber regelmäßig bei Tourneen oder Gastspielen auf der Bühne.

Hansgünther Heyme verpflichtete ihn 1972 an das Kölner Schauspielhaus, wo er den Martin Luther in Dieter Fortes Martin Luther und Thomas Münzer verkörperte. 1978 spielte er in Die tätowierte Rose von Tennessee Williams an der Seite von Sonja Ziemann. 1981 verkörperte er die Titelrolle in Büchners Dantons Tod bei den Salzburger Festspielen. 1986/87 inszenierte George, zusammen mit Eberhard Feik und Helmut Stauss, Gogols Revisor. Mit Tschechows Platonov ging George 1990 letztmals auf Theater-Tournee.

Nach kleineren Kinorollen im Verlauf der fünfziger Jahre gelang George 1959 mit dem Film Jacqueline der Durchbruch bei Kritik und Publikum. Für seine Rolle wurde er mit dem Deutschen Filmpreis (Bester Nachwuchsschauspieler) und dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet. 1961 wurde ihm der Bambi als beliebtestem Schauspieler verliehen.

In den 1960er Jahren spielte George in Filmen wie Kirmes und Herrenpartie. Einem breiten Publikum wurde er bekannt durch Filme der Karl-May-Reihe, die er 1962 mit Der Schatz im Silbersee begann. Er erhielt die Rolle des Farmersohns Fred Engel. George absolvierte seine Stunts alle selbst, auch in seiner Hauptrolle als Sheriff in Sie nannten ihn Gringo.

In den 1970er Jahren spielte er vornehmlich Theater und wirkte in Fernsehproduktionen mit, darunter in vielen Folgen von Der Kommissar, Tatort, Derrick und Der Alte. Erst 1977 besetzte man ihn für Aus einem deutschen Leben wieder in einer Kinohauptrolle – als Franz Lang, eine Figur, die aus der Biografie des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß entwickelt wurde. 1988 stand er erneut bei der DEFA in Der Bruch gemeinsam mit Rolf Hoppe und Otto Sander vor der Kamera.

Seinen größten Zuschauererfolg hatte George in den 1980er Jahren im Fernsehen: Mit den Schimanski-Tatortfolgen des WDR, die von 1981 bis 1991 zu sehen waren. In dieser Rolle trat er 1990 auch in dem Fernseh-Kriminalfilm Unter Brüdern auf, dem einzigen Crossover der bundesdeutschen Krimireihe Tatort und der DDR-Krimireihe Polizeiruf 110.

George mit Janina Stopper während der Dreharbeiten zu Papa allein zu Haus (2009)

In den 1990er Jahren spielte er in Der Sandmann den vermeintlichen Serienmörder und Literaten Henry Kupfer. In Die Bubi-Scholz-Story legte George das Trauma eines gealterten, gebrochenen Boxers bloß. In Der Totmacher war er der Serienmörder Fritz Haarmann, was ihm unter anderem den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Venedig und den letzten von vier Deutschen Filmpreisen einbrachte. In Nichts als die Wahrheit übernahm er – mit Hilfe einer Latexmaske optisch gealtert – die Rolle des NS-Arztes und Massenmörders Josef Mengele. Komödiantisch angelegt waren seine Rollen in mehreren Filmen von Helmut Dietl: als Hamburger Reporter Hermann Willié in Schtonk!, als Regisseur Uhu Zigeuner in Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief und als todkranker Bundeskanzler in Zettl.

Privatleben

George war von 1966 bis 1976 mit der Schauspielerin Loni von Friedl verheiratet. Der Ehe entstammt eine Tochter.[3][4]

Seit 1997 lebte er mit der Hamburger Journalistin Marika Ullrich zusammen; das Paar heiratete 2014.[5]

Seit 1986 war er Mitglied des TSV 1860 München.[6][7]

Götz George starb am 19. Juni 2016 und wurde im engsten Familienkreis in Hamburg beigesetzt.[8]

Soziales Engagement

Ab 2010 engagierte sich Götz George für die Deutsche Krebshilfe sowie deren Bekämpfung von Krebskrankheiten und wirkte unentgeltlich an dem Benefiz-Projekt „Rainer Wahnsinn“ mit.[9] Außerdem nahm er an einer Kampagne des Weißen Rings teil.

Filmografie

Kinofilme

Fernsehfilme und Serien

Rezeption

Beurteilung

Anlässlich von Georges Tod bezeichnete Michael Hanfeld ihn als schauspielerischen Tausendsassa und beschrieb ihn wie folgt:

„Tragödie, Komödie, Kammerspiel, Klassiker, Thriller, Action – George hatte sämtliche Genres drauf und in jedes und in jede Rolle begab er sich mit Haut und Haaren, näherte sich seinen Figuren mit jeder Faser in einer Weise an, die seinen Mitspielern, den Regisseuren und Produzenten, alles abverlangte.“

Auszeichnungen

Götz George (2001)

Stern von Götz George auf demBoulevard der Stars in Berlin

Literatur

Dokumentarfilme

  • Götz George: Das Leben, die Kunst und ein deutscher Mime. Gespräch, 7:49 Min., ttt – titel, thesen, temperamente, Erstsendung: 4. Mai 2008
  • Beckmann im Gespräch mit Götz George. NDR, Erstausstrahlung: 12. Mai 2008
  • Alles Gute, Götz George! Dokumentation, 45 Min., Erstausstrahlung: 23. Juli 2008
  • Nicht reden, machen – Eine Begegnung mit Götz George zum 70. Geburtstag. WDR, 45 Min., Buch und Regie: Marika Ullrich, Erstausstrahlung: 25. Juli 2008, Inhaltsangabe der ARD
  • Der will doch nur spielen – Götz George. WDR, 44 Min., Buch und Regie: Frank Bürgin, Erstsendung: 19. Juli 2013, Inhaltsangabe der ARD

Weblinks

 Commons: Götz George – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Götz George – Zitate

Artikel

Einzelnachweise

  1. Tatort-Hitliste. Schimanski bleibt der Beste, Spiegel Online, 13. Mai 2008
  2. In: Nicht reden, machen – Eine Begegnung mit Götz George zum 70. Geburtstag. (Memento vom 3. Februar 2011 im Internet Archive)
    Dokumentation, 2008, 45 Min., Buch und Regie: Marika Ullrich, Produktion: WDR, Erstausstrahlung: 25. Juli 2008
  3. Süddeutsche de GmbH, Munich Germany: Götz George wird 65. In: Süddeutsche.de. Abgerufen am 26. Juni 2016.
  4. Biografie Götz George – mit Details, die nicht jeder kennt. Bild, abgerufen am 26. Juni 2016.
  5. Götz George will nicht mehr: „Ich hab genug gestrampelt“. Hamburger Abendblatt online, abgerufen am 19. Oktober 2014.
  6. Warum der TSV 1860 Götz George gratuliert In: TZ München, 23. Juli 2013, abgerufen am 26. Juni 2016.
  7. „Gong“-Notiz im Löwenbomber-Archiv. 13.8.1986 – Sardinien und 1860 Mark – Heckl spendierte zur Feier des Tages eine Runde Champagner.
  8. „Schimanski“: Götz George ist tot. Spiegel online, 26. Juni 2016.
  9. www.krebshilfe.de 27. April 2011
  10. Michael Hanfeld: Hart auf hart, in: FAZ.net vom 27. Juni 2016, abgerufen am 27. Juni 2016
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David Cameron – Wikipedia

David Cameron

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David Cameron (2010)

David William Donald Cameron (* 9. Oktober 1966 in London) ist ein britischer Politiker. Er ist Premierminister des Vereinigten Königreichs und Parteivorsitzender der Conservative Party. Nach der Entscheidung der britischen Wähler für den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union kündigte Cameron am 24. Juni 2016 seinen Rücktritt im Oktober 2016 an.

Leben

David Cameron wuchs als Sohn des Börsenmaklers Ian Donald Cameron (1932–2010) und dessen Frau Mary Fleur Mount, einer Tochter von Sir William Malcolm, dem zweiten Baronet Mount, in Wantage, Oxfordshire und Peasemore, Berkshire in England auf. Seine Schulzeit verbrachte er im privaten Eton College, später studierte er am Brasenose College an der University of Oxford. Während seines Studiums war er Mitglied der exklusiven Studentenvereinigung Bullingdon Club.

Einer seiner Professoren bezeichnete ihn als einen seiner fähigsten Studenten und beschrieb seine politischen Ansichten als die eines gemäßigten und vernünftigen Konservativen. 1988 beendete Cameron sein Studium mit Auszeichnung in dem interdisziplinären Studiengang PPE (Philosophy, Politics and Economics).

Von 1988 bis 1992 arbeitete Cameron in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Conservative Party und verbrachte zwei Tage die Woche in Downing Street im Beratungsteam der damaligen Premierminister (bis November 1990 Margaret Thatcher, danach John Major). Außerdem wurde er später persönlicher Berater der Regierung unter John Major, zunächst als Berater des britischen Schatzamtes unter Norman Lamont zur Zeit der Pfundkrise 1992 und danach im britischen Innenministerium für Michael Howard.

Von 1994 bis 2001 war Cameron in leitender Position beim Medienunternehmen Carlton Communications tätig. Bis August 2005 war er Direktor von Urbium, einem Unternehmen, das eine bekannte Kette von Bars betreibt. Mit seiner Wahl 2001 ins britische Parlament setzte sich seine politische Laufbahn in den Vordergrund.

Familie

David Cameron heiratete am 1. Juni 1996 Samantha Sheffield (* 18. April 1971). Mit ihr hat er vier Kinder; allerdings starb der 2002 geborene Sohn Ivan, der an zerebraler Kinderlähmung und schwerer Epilepsie litt, am 25. Februar 2009 im Alter von sechs Jahren. Ivan galt als privater Mittelpunkt für Cameron und seine Familie. In einer ungewöhnlich öffentlichen Anteilnahme nahmen auch das britische Unterhaus[1] sowie weite Teile der Bevölkerung Anteil an deren Trauer.

Sowohl David Cameron, der ein Nachfahre von Wilhelm IV. ist, als auch seine Frau Samantha, deren Abstammung auf König Karl II. zurückgeht, sind weitläufig mit dem britischen Königshaus verwandt und gehören der englischen Landeskirche Church of England an.

Politische Karriere

Cameron bewarb sich 1997 erstmals um ein Mandat im Unterhaus und trat dabei als Kandidat der Conservative Party für den Wahlkreis Stafford an. Er unterlag jedoch dem Kandidaten der Labour Party, David Kidney. Für die Wahl 2001 wurde er als Nachfolger von Shaun Woodward, der zur Labour gewechselt war, für Witney, Oxfordshire, aufgestellt. Er gewann diesen Wahlkreis sowohl bei der Wahl im Juni 2001 als auch im Mai 2005 mit der erforderlichen Stimmenmehrheit.

Cameron, der seine erste Rede im House of Commons im Juni 2001 hielt, stieg innerhalb der Konservativen schnell auf. Schon im Juni 2003 wurde er zu einem wichtigen Mitglied des Schattenkabinetts und 2004 sogar zu einem führenden Schattenminister ernannt. Am Entwurf des Wahlmanifests2005 der Tories war er maßgeblich beteiligt. Nach der Wahlniederlage der Konservativen übernahm er den einem Kultusminister ähnlichen Posten im Schattenkabinett. Sein Hauptaugenmerk richtete er auf das Schulsystem betreffende Reformen. Im Unterhaus hat sich Cameron immer der Parteilinie angeschlossen, auch in Bezug auf die Befürwortung des Irakkrieges.

Wahl zum Parteivorsitzenden

Nach dem Sieg der Labour Party bei der Parlamentswahl im Mai 2005 gab Michael Howard seinen Rücktritt als Vorsitzender der Konservativen bekannt. Er legte den Termin für die Wahl seines Nachfolgers erst auf Anfang Dezember, um Zeit für eine Reform des komplizierten Wahlverfahrens zu gewinnen. Dies konnte er allerdings nicht durchsetzen.

Cameron hatte bereits für die Conservative Party und als Berater (Special adviser) in der Regierung John Majors gearbeitet. Am 29. September 2005 gab er offiziell seine Kandidatur für den Vorsitz bekannt. Er wurde dabei von vielen hochrangigen Parteikollegen unterstützt. Trotz alledem hatte seine Kampagne vor dem Parteitag der Konservativen Partei Anfang Oktober 2005 keine weitere nennenswerte Unterstützung bekommen. Ein bedeutender Wendepunkt seines innerparteilichen Wahlkampfes war seine Nominierungsrede auf dem Parteitag selbst. Neben seinem Versprechen, die inhaltliche Aufstellung und die damit gängige Wahrnehmung der Partei als elitär und altmodisch zu modernisieren, verbreiterte sein Verzicht auf einen Teleprompter und jegliche Notizen nach Einschätzung der BBC seine Stimmbasis in erheblichem Umfang.[2] Auch bei späteren bedeutenden Anlässen (zum Beispiel Parteitagen) sprach Cameron frei.

Im Laufe des Wahlkampfes zum Parteichef geriet Cameron wegen angeblichen früheren Drogenkonsums unter Druck. Als er am Rande einer Konferenz gefragt wurde, ob er Drogen genommen habe, antwortete er, er habe „normale“ Erfahrungen auf der Universität gemacht. Als er während derBBC-Sendung Question Time zu einer Antwort gedrängt wurde, bestand er darauf, dass jeder das Recht habe, in seiner Jugend Fehler zu machen und dass jeder Anspruch auf ein Privatleben vor der politischen Karriere habe.[3] Er merkte zudem an, dass Mitglieder des regierenden Labour-Kabinetts auf solche Fragen auch nicht antworteten. Auch Camerons sozialer Hintergrund sorgte während des Wahlkampfes für Gesprächsstoff und wurde immer wieder mit der viel schwierigeren sozialen Herkunft seines Rivalen David Davis verglichen.

Im ersten Wahlgang am 18. Oktober 2005 erzielte Cameron mit 56 Stimmen zwar ein besseres Ergebnis als erwartet, lag aber dennoch hinter David Davis, der 62 Stimmen erhielt. Im zweiten Wahlgang, der am 20. Oktober 2005 stattfand, gewann Cameron haushoch gegen Davis. Um zu sehen, ob Cameron oder Davis künftig an der Spitze der Conservative Party stehen sollte, wurde nun eine Urwahl durchgeführt, bei der alle Parteimitglieder wahlberechtigt waren. Cameron erhielt mehr als doppelt so viele Stimmen wie Davis.

Cameron wurde am 6. Dezember als 26. Parteivorsitzender der Konservativen und gleichzeitig als Oppositionsführer vereidigt. Laut Umfragen war dieser interne Wahlsieg vorauszusehen gewesen. Mit nur vier Jahren im Parlament ist Cameron der dienstjüngste Abgeordnete nach William Pitt dem Jüngeren, der jemals die Führung einer der großen britischen Parteien übernommen hat. Als Oppositionsführer wurde er Mitte Dezember 2005 zum Mitglied des Privy Council ernannt.

Premierminister

Bei den Unterhauswahlen vom 6. Mai 2010 wurde Camerons Conservative Party die stärkste politische Kraft, verfehlte aber die absolute Mehrheit der Sitze. Damit gab es erstmals seit 1974 wieder ein hung parliament: die stärkste Partei ist auf einen Koalitionspartner angewiesen. [4] Sowohl Cameron als auch Amtsinhaber Gordon Brown nahmen Koalitionsverhandlungen mit den Liberal Democrats auf.

Brown erklärte am 11. Mai die Verhandlungen der Labour Party mit den Liberaldemokraten für gescheitert und reichte sein Rücktrittsgesuch ein. Noch am selben Tag wurde Cameron von Elisabeth II. zum Premierminister ernannt und mit der Regierungsbildung beauftragt.[5] Er bildete daraufhin das Kabinett Cameron I.

Bei der Unterhauswahl am 7. Mai 2015 erreichten die Konservativen unter Führung von Cameron entgegen allen Prognosen und Meinungsumfragen vor der Wahl knapp die absolute Mehrheit der Parlamentssitze (bei einem Stimmenanteil von 36,9 %). Cameron konnte nach der Wahl eine nur aus Konservativen bestehende neue Regierung bilden.

Nachdem beim Referendum am 23. Juni 2016 der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union beschlossen wurde, kündigte der Premierminister an, bis zum Oktober 2016 zurückzutreten.[6][7]

Politische Standpunkte

Cameron beschrieb sich selbst vor seiner Wahl zum Premierminister als „modernen, mitfühlenden Konservativen“ und plädiert für einen politischen Stilwechsel, da er vom Hin und Her der Regierung von Gordon Brown (2007–2010) genug habe.

Um die Popularität der Conservative Party zu steigern, soll ihr Schwerpunkt in Zukunft auf für britische Konservative bislang eher untypischen Themen wie beispielsweise Umweltschutz liegen. In gesellschaftspolitischen Fragen gilt Cameron als liberaler als seine Amtsvorgänger, vor allem bezüglich des Themas Homosexualität. Cameron unterstützte 2004 bei einer Abstimmung im Parlament den Civil Partnership Act (die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften – siehe Homosexualität im Vereinigten Königreich). Cameron nahm Bezug auf das berühmte Zitat von Margaret Thatcher, welches besagt, dass es so etwas wie Gesellschaft nicht gebe (“there is no such thing as society”) und betonte wiederholt, dass es Gesellschaft sehr wohl gebe, sie aber nicht mit dem Staat gleichzusetzen sei (“There is such a thing as society. It’s just not the same thing as the state.”).

Cameron setzt sich auch für einen Ausbau der gesetzlichen Krankenversicherung, einen Umbau des National Health Service und eine flexible Einwanderungspolitik ein.

Im Juli 2005 sagte er in einer Rede vor der Denkfabrik Zentrum für Soziale Gerechtigkeit, dass die größte Herausforderung, der sich Großbritannien stellen müsse, nicht die Bewältigung der wirtschaftlichen, sondern der gesellschaftlichen Probleme sei. Cameron bezeichnet sein Konzept als Big Society. Um die „krankende Gesellschaft“ Großbritanniens wieder aufzubauen, will er traditionelle Werte, ehrenamtliche Arbeit und soziale Einrichtungen fördern. So sollen Probleme bekämpft werden, von denen so viele Gemeinden betroffen sind, wie heruntergekommene öffentliche Anlagen, schlechte Wohnverhältnisse, zerrüttete Familien, Drogenmissbrauch und hohe Kriminalität. Zuvor hatte er gesagt, die Konservativen sollten Kurse für Eltern unterstützen, die ihre Kinder nicht ausreichend fördern. Diese sollten vorzugsweise von ehrenamtlichen Mitarbeitern angeboten werden.

Camerons Erfolg bei der Wahl zum Vorsitz der Konservativen kann darauf zurückgeführt werden, dass ihm zugetraut wurde, frischen Wind in die Partei zu bringen, so wie Tony Blair (Premierminister 1997–2007) das seinerzeit in der Labour Party getan hatte. Nicht nur aufgrund seiner Jugend und Unerfahrenheit wurde Cameron wiederholt mit dem jungen Tony Blair verglichen; auch bei seinen rhetorischen Fähigkeiten, der Präsentation von Inhalten und in puncto Selbstdarstellung als unkonventioneller Politiker einer neuen Generation seien Parallelen zu Blair erkennbar. Beide haben Gemeinsamkeiten abgestritten, indem sie auf die Unterschiede ihrer politischen Überzeugung, beispielsweise hinsichtlich Europapolitik oder Steuerpolitik, hingewiesen haben.

Peter Hitchens (er gehört zum konservativen Flügel der Church of England) kritisierte 2005, Cameron habe die letzten Unterschiede zwischen seiner Partei und der etablierten Linken abgeschafft.[8]

Europäische Union

Im Zuge der Finanzkrise des EU-Mitglieds Griechenland vertrat Cameron nachdrücklich die Position, dass das Vereinigte Königreich (UK) nicht verpflichtet sei, Geld für Griechenland zur Verfügung zu stellen (außer durch den IWF), da das Vereinigte Königreich nicht dem Euro beigetreten sei.[9]

In einer Rede am 23. Januar 2013 kritisierte Cameron die hohen Schulden, die „mangelnde Konkurrenzfähigkeit“, die „Denkverbote“ und das „sinkende Vertrauen der Menschen in die Institutionen Brüssels“ und kündigte eine Neuverhandlung der britischen EU-Verträge und einen anschließenden Volksentscheid zum Verbleib Großbritanniens in der EU an.[10] Er betonte in seiner Rede allerdings auch die großen Errungenschaften der europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg. Er schilderte (an die Adresse der britischen EU-Skeptiker gewandt) eindringlich die gravierenden Konsequenzen, die ein EU-Austritt für das UK haben würde und äußerte die Hoffnung, dass es nicht dazu kommen möge. Die Äußerungen stießen bei den Partnern in der EU ganz überwiegend auf Unverständnis; bei Europaskeptikern fanden sie vereinzelt Beifall.[11][12] In Großbritannien selbst wurde die Rede von Anhängern der Konservativen Partei sowie von Vertretern der UK Independence Party (UKIP) begrüßt, während sie von den Liberaldemokraten, u. a. deren Vorsitzenden und Minister im Kabinett Cameron I Nick Clegg, und führenden Labour-Politikern wie Peter Mandelsondeutlich kritisiert wurde.

Der Historiker Dominik Geppert betrachtet die negative Rezeption von Camerons Vorschlägen außerhalb seines eigenen Landes als Anzeichen für den hohen emotionalen Gehalt der EU in anderen Staaten: „Unterschwellig fremdelten viele in Deutschland schon deswegen mit den Ausführungen des Premierministers, weil Cameron sich ausdrücklich dazu bekannte, die EU sei für die Briten eine praktische und keine emotionale Angelegenheit. Die Union sei ein Mittel zum Zweck von mehr Wohlstand, Stabilität, Freiheit und Demokratie in Europa, aber kein Ziel an sich. Jede Sakralisierung der europäischen Einigung ist den Briten fremd“.[13]

Multikulturalismus

In einer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 5. Februar 2011[14] erklärte Cameron den „staatlichen Multikulturalismus“ für gescheitert, der zu Segregation, Separatismus und schließlich islamistischem Extremismus und Terrorismus geführt habe. Stattdessen plädierte er für eine „gemeinsame nationale Identität“.[15] Er forderte einen „aktiven und starken Liberalismus“ und kündigte an, gegen „islamistische, terrorfördernde Organisationen“ stärker vorzugehen.[16] Cameron hatte bereits im Februar 2006 deutliche Kritik an der Idee geübt, dass „wir innerhalb Britanniensunterschiedliche Kulturen in einem Maß respektieren sollten, dass wir ihnen erlauben – und sie sogar dazu ermutigen – getrennt voneinander zu leben, untereinander abgesondert und abgesondert vom Mainstream“ und diese Idee als „Staats-Multikulturalismus“ bezeichnet. Speziell kritisierte er dabei den Vorstoß von Rowan Williams, dem Erzbischof von Canterbury, der sich für eine Erweiterung der Schari’a innerhalb des britischen Rechtssystems ausgesprochen hatte, und er behauptete, dass dieser „Staats-Multikulturalismus“ zum Verschwinden von Schülerinnen in Bradford und deren Zwangsverheiratung geführt habe. Der „Staats-Multikulturalismus“ habe zu finanziellen Zuwendungen für künstlerische und andere Projekte aufgrund ethnischer Hintergründe geführt, wobei es verschiedene Gruppen gebe, die vorgäben bestimmte Minderheiten zu repräsentieren, dabei jedoch untereinander um Geld konkurrierten. Der „Staats-Multikulturalismus“ verführe die Leute dazu, verschiedene kulturell begründete Verhaltensweisen zu tolerieren, selbst wenn diese mit den Menschenrechten nicht vereinbar seien.[17]

Verwicklung in der Panama-Papers-Affäre

Anfang April 2016 gab Cameron in einem an der University of Exeter aufgezeichneten Fernsehinterview an, am Blairmore Investment Trust beteiligt gewesen zu sein. Die nach dem ehemaligen Familiensitz der Camerons in Schottland benannte Briefkastenfirma war von seinem verstorbenen Vater gegründet worden und wickelte in Steueroasen Firmenpapiere ab, um britische Steuern zu vermeiden. Der Name von Camerons Vater war in den sogenannten „Panama Papers“ aufgetaucht, deren Veröffentlichung unter anderem den isländischen Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson zum Rücktritt gezwungen hatte. Cameron gab an, er habe gemeinsam mit seiner Ehefrau bis Januar 2010 Anteile im Wert von etwa 30.000 Pfund (ca. 37.000 Euro) an dem Trust besessen, diese aber vor seinem Amtsantritt als Premierminister verkauft und versteuert. Einige Labour-Abgeordnete forderten seinen Rücktritt[18] und auch die britische konservative Presse kritisierte Camerons Aussagestrategien bezüglich seiner Beteiligung an der Briefkastenfirma.[19] Unter dem Druck der öffentlichen Meinung machte Cameron am 10. April 2016 seine Steuererklärung aus den Jahren 2009 bis 2016 öffentlich.[20] Dabei wurde offenbar, dass er nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2010 neben einer Erbschaft von 300.000 Pfund Sterling ein Geschenk von 200.000 Pfund von seiner Mutter erhalten hatte. Als Erklärung hierfür gab Cameron an, dass diese Zahlung ein Ausgleich dafür gewesen sei, dass sein älterer Bruder das Familienhaus geerbt habe. Spekulationen kamen auf, dass damit möglicherweise die Zahlung von zusätzlicher Erbschaftssteuer vermieden worden sei, jedoch wiesen Steuerexperten darauf hin, dass dieses Urteil ohne Kenntnis der Details nicht gerechtfertigt sei und dass beispielsweise das Geschenk auch aus dem Privatvermögen von Camerons Mutter erfolgt sein könne.[21]

Weblinks

 Commons: David Cameron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Thomas Kielinger: Trauer um toten Ivan: David Cameron ist an seinem Sohn gewachsen; Welt Online, 28. Februar 2009
  2. BBC: Let the people decide – Cameron, 3. Oktober 2007. Abgerufen am 13. Mai 2010.
  3. Cameron pressed on drugs question; BBC News 14. Oktober 2005
  4. Kai Beller: Nach der Parlamentswahl: Londoner Machtspiele eröffnet (Memento vom 8. Mai 2010 im Internet Archive); Financial Times Deutschland, 7. Mai 2010.
  5. BBC News: David Cameron is UK’s new prime minister, 11. Mai 2010.
  6. Brexit: David Cameron to quit after UK votes to leave EU. BBC News, 24. Juni 2016, abgerufen am 24. Juni 2016.
  7. David Cameron kündigt Rücktritt in drei Monaten. Großbritannien stimmt für den Brexit. In: rp-online.de. 24. Juni 2016, abgerufen am 22. Juni 2016.
  8. Peter Hitchens: The Tories are doomed; Kommentar in The Guardian, 14. Dezember 2005
  9. Tim Shipman: Not one penny more: Cameron vows he won’t let British taxpayers’ money be spent on another Greek bailout; Mail Online vom 21. Juni 2011 (en)
  10. David Cameron speech: UK and the EU. 23. Januar 2013, abgerufen am 24. Januar 2013 (englisch, Video der Rede).
  11. Kommentare zum Spiegel-Online-Artikel Camerons EU-Rede: „Ich will einen besseren Deal für Großbritannien“ vom 23. Januar 2013.
  12. Europe divided over Cameron’s EU referendum plan. 24. Januar 2013, abgerufen am 24. Januar 2013 (englisch).
  13. Dominik Geppert: Ein Europa, das es nicht gibt. Die fatale Sprengkraft des Euro. Europaverlag Berlin 2013 ISBN 978-3-944305-18-9 S. 177
  14. PM’s speech at Munich Security Conference (Memento vom 5. Februar 2011 im Internet Archive); Website des Büros des Premierministers, 5. Februar 2011
  15. Nach Merkel sagt auch Cameron, dass der Multikulturalismus gescheitert sei; (Memento vom 11. Februar 2011 imInternet Archive) Artikel auf euractiv.com vom 7. Februar 2011, aktualisiert am 22. Dezember 2011.
  16. Cameron: Multikulturalismus ist eine Ursache für Extremismus; Medienmagazin pro, 8. Februar 2011.
  17. Andrew Sparrow: Cameron attacks ‘state multiculturalism’; The Guardian, 26. Februar 2008
  18. Cameron und die Briefkastenfirma des Vaters: In Erklärungsnot bei tagesschau.de, 8. April 2016 (abgerufen am 8. April 2016).
  19. Panama Papers: Kritik an Premier Cameron: „Man hat nur eine Chance, ehrlich aufzuklären“ spiegel.de, abgerufen am 8. April 2016
  20. Transparency data: Prime Minister’s schedule of taxable sources of income and gains: Summary and explanation of the Prime Minister’s tax affairs going back six years.www.gov.uk, 10. April 2016, abgerufen am 10. April 2016 (englisch).
  21. David Cameron’s mother gave PM £200,000 gift. BBC News, 10. April 2016, abgerufen am 10. April 2016 (englisch).
Standard
L

Lesgische Sprache – Wikipedia

Lesgische Sprache

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Lesgisch
Gesprochen in Dagestan (Russische Föderation),Aserbaidschan
Sprecher ca. 590-670.000
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Anerkannte Minderheitensprache in: Dagestanische Flagge Dagestan[1]
Sprachcodes
ISO 639-1:
ISO 639-2: lez
ISO 639-3: lez

Hauptverbreitungsgebiet des Lesgischen (Nr. 10) im Umfeld der Nordostkaukasischen Sprachfamilie

Lesgisch ist eine nordostkaukasische (nach-dagestanische) Sprache, die sich in die drei Dialekte Kubanisch (vorwiegend in Aserbaidschan, Region Quba und nördlich), Kürinisch (im Osten Süddaghestans) und Achtisch (rund umAchty im Westen Süddaghestans) aufteilt.[2]

Sie wurde bei der russischen Volkszählung 2002 von 336.698 Menschen im Süden der autonomen Republik Dagestan (Russische Föderation) gesprochen[3], es dürften aufgrund des Bevölkerungswachstums heute mehr sein. In ganz Russland ergab diese letzte Volkszählung 411.500 Lesgier[4]. In Aserbaidschan ergab die Volkszählung von 1999 rund 178.000 Lesgier im Land, was beinahe eine Stagnation seit 1989 bedeuten würde. Die demoskopische Abteilung des russischen Institutes für Ethnologie und Anthropologie schätzt deshalb unter Berufung auf eigene Forschungen ca. 250 bis 260 Tausend Lesgier in Aserbaidschan[5]. Es gibt einige weitere zehntausend Lesgisch-Sprecher in übrigen Teilen Russlands und in anderen Ländern.

Alphabet

Im 19. Jahrhundert wurde auf der Grundlage des kürinischen Dialekts, der die meisten Sprecher hat, unter Verwendung von arabischen Buchstaben eine Schrift entwickelt. Diese wurde aber nicht häufig verwendet. Nach der Gründung der Sowjetunion wurde 1928 das lateinische Alphabet, 1938 das kyrillische Alphabet für die Schriftsprache verwendet.

А а Б б В в Г г Гъ гъ Гь гь Д д Е е
Ё ё Ж ж З з И и Й й К к Къ къ Кь кь
КӀ кӀ Л л М м Н н О о П п ПӀ пӀ Р р
С с Т т ТӀ тӀ У у Уь уь Ф ф Х х Хъ хъ
Хь хь Ц ц ЦӀ цӀ Ч ч ЧӀ чӀ Ш ш Щ щ Ъ ъ
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Sprachliche Situation

Die sprachliche Situation des Lesgischen in Russland unterscheidet sich von jener in Aserbaidschan. In der russischen Teilrepublik Dagestan besitzt das Lesgische seit sowjetischen Zeiten den Status einer regionalen Amtssprache. Lesgisch kann an Universitäten studiert werden, es gibt Radioprogramme, Bücher und Zeitungen in der Sprache. In Aserbaidschan hingegen verfügt das Lesgische bis heute über keinerlei offizielle Anerkennung. 1939 verbot die aserbaidschanische Regierung die Verwendung des Lesgischen in Schulen, mit einigen kurzen Unterbrechungen wurde dieses Verbot bis 1991 aufrechterhalten. Seit der Unabhängigkeit Aserbaidschans gibt es wieder einige lesgische Schulen, dennoch wurde die Assimilationspolitik gegenüber den Lesgiern weitgehend beibehalten. Ethnologue sieht Lesgisch in Aserbaidschan als bedroht an.[6] Wenngleich die offizielle Stellung des Lesgischen in Russland besser ist, sind die dort lebenden Lesgier ebenfalls einem, allerdings schwächeren, Assimilationsdruck ausgesetzt. Viele lesgische Eltern schicken ihre Kinder auf russischsprachige statt auf lesgische Schulen, selbst wenn lesgische Schulen zur Verfügung stehen.[7] Besonders in gemischtsprachigen Gebieten ist Lesgisch bedroht, da Russisch dort als lingua franca von der jüngeren Generation zunehmend auch im privaten Umfeld verwendet wird. In den Regionen Dagestans in denen Lesgier eine klare Bevölkerungsmehrheit stellen, ist die Sprache aber in einem vitalen Zustand und nicht gefährdet.[7]

Die Mehrheit der Lesgischsprachigen spricht fließend Russisch, in Aserbaidschan auch Aserbaidschanisch.

Literatur

  • Martin Haspelmath: A Grammar of Lezgian (Mouton Grammar Library. Bd. 9). Mouton de Gruyter, Berlin u. New York 1993.

Weblinks

 Wiktionary: Lesginisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Gemäß der dagestanischen Verfassung sind „Russisch und die Sprachen der Völker von Dagestan“ offizielle Sprachen. Vgl. auch Permanent Committee on Geographical Names for British Official Use: Respublika Dagestan. Land of Mountains: Mountain of Languages, 2004 (PDF; 307 kB), S. 5
  2. Vgl. z.B. EI2 V., S. 729–30.
  3. Ergebnisse der russischen Volkszählungen für Dagestan: letzte Tabelle, erste Zeile nach der Kopfzeile, fünfte Spalte mit Zahlen
  4. Ergebnisse der russischen Volkszählung zu Russen und nationalen Minderheiten (Kreisabschnitt in violett): vorletzter Balken (Zahlen in Tausend)
  5. Artikel in ihrer Zeitschrift „Demoskop Weekly“ 2004/05 zehnter Absatz.
  6. Lezgi im Ethnologue
  7. Martin Haspelmath: A Grammar of Lezgian, S. 23
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J

Lin Junhong – Wikipedia

Lin Junhong

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Lin Junhong Straßenradsport
zur Person
Geburtsdatum 9. Dezember 1990
Nation Volksrepublik China Volksrepublik China
Disziplin Bahnradsport
Funktion Fahrerin
Team(s)
2014 Max Success Pro Cycling
Wichtigste Erfolge
UCI-Bahn-Weltmeisterschaften
2014: Silber – Teamsprint (mit Zhong Tianshi)
2014: Bronze – Sprint
2010: Silber – Teamsprint (mit Gong Jinjie)
Asienspiele
2010: Silber – Sprint
Ost-Asienspiele
2013: Silber – Sprint
Asiatische Radsportmeisterschaften
2011: Gold – Teamsprint (mit Gong Jinjie)
2011: Silber – Sprint
2010: Gold – Teamsprint (mit Gong Jinjie)

Lin Junhong (* 9. Dezember 1990 in der Provinz Heilongjiang) ist eine chinesische Bahnradsportlerin, die auf die Kurzzeitdisziplinen spezialisiert ist.

Seit 2009 ist Lin Junhong international im Bahnradsport aktiv. 2010 errang sie bei den Asienspielen jeweils die Silbermedaille in dieser Disziplin sowie bei den Bahn-Weltmeisterschaften im Teamsprint mit Gong Jinjie. 2011 wurde sie asiatische Vize-Sprintmeisterin und gewann gemeinsam mit Jinjie im Teamsprint den Titel, wie schon 2010. 2013 errang sie bei den Ost-Asienspielen die Silbermedaille im Sprint.

Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 2014 in Cali wurde Lin Junhong Dritte im Sprint und im Teamsprint gemeinsam mit Zhong Tianshi Vize-Weltmeisterin.

Weblinks

Chinesische Eigennamen Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Lin ist hier somit der Familienname, Junhong ist der Vorname.
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S

Simone Stortoni – Wikipedia

Simone Stortoni

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Simone Stortoni beim Critérium du Dauphiné Libéré 2012

Simone Stortoni (* 7. Juli 1985 in Chiaravalle) ist ein italienischer Radrennfahrer.

Simone Stortoni wurde 2005 Dritter beim Gran Premio Città di Felino. Im nächsten Jahr gewann er das Eintagesrennen Cronoscalata Gardone V.T. – Prati di Caregno. Außerdem wurde er jeweils Dritter bei der Trofeo Caduti di Soprazocco und beim Memorial Danilo Furlan. In der Saison 2007 konnte er den Giro del Belvedare für sich entscheiden. Er fährt für das starke italienische Nachwuchsteam Finauto.

Erfolge

2006
2007
2008

Teams

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P

Alexandra Powers – Wikipedia

Alexandra Powers

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Alexandra Kristin Powers (* 9. September 1967 in New York City) ist eine US-amerikanische Schauspielerin.

Filmographie

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T

Trisagion – Wikipedia

Trisagion

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Heiligste Dreifaltigkeit, Altarflügel, St. Martinskirche, Meßkirch, um 1535–1540

Das Trisagion, auch Tris|hagion, (von griechisch τρίς „dreimal“ und ἅγιον „heilig“) ist einer der ältesten christlichen Hymnen, der auch heute noch einen festen Bestandteil der ostkirchlichen Liturgie, sowohl der orthodoxen Kirche als auch der katholischen Ostkirchen und altorientalischen Kirchen bildet.

Es ist ein Lobhymnus an die göttliche Dreieinigkeit und wird interpretiert als die erweiterte Form von „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt.“ (Sanctus, Jes 6,3 ) oder „Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung; er war und er ist und er kommt“ (Offb 4,8 ).

Das gewöhnlich dreimal wiederholte Gebet lautet:

Ἅγιος ὁ Θεός, ἅγιος ἰσχυρός, ἅγιος ἀθάνατος, ἐλέησον ἡμᾶς.
Hagios ho Theos, hagios ischyros, hagios athanatos, eleison himas.

Latein:

Sanctus Deus, sanctus fortis, sanctus immortalis, miserere nobis.
„Heiliger Gott, heiliger starker [Gott], heiliger unsterblicher [Gott], erbarme dich unser.“

Während der Hymnus in der ostkirchlichen Liturgie seit den ersten Jahrhunderten einen festen Platz hat – die Tradition schreibt seine Einführung dem heiligen Proklos von Konstantinopel zu –, wird er in der lateinischen Kirche seltener verwendet. In derkatholischen Kirche gehört das Trishagion zu den Improperien und ist daher Teil der Feier vom Leiden und Sterben Christi am Karfreitag (GL 300). Das Trishagion kann auch bei der Kreuzwegandacht (GL 683 – dort nicht mehr vorgesehen) verwendet werden.

Das Trisagion ist auch im Evangelischen Gesangbuch (185,4) und im Evangelisch-reformierten Gesangbuch (234) zu finden.

Das Trisagion darf nicht verwechselt werden mit dem Sanctus in der Heiligen Messe.

Literatur

Kunst

  • Station 15 – Auferstehung für 2 Chöre und Orchester in: Gerald Spitzner: Heinrich Maier-Oratorium. Text des Trisagion auf Griechisch, Latein, Deutsch (Dauer ca. 15 min)

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D

Das verwunschene Schloß – Wikipedia

Das verwunschene Schloß

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Filmdaten
Originaltitel Das verwunschene Schloß
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1918
Länge ca. 71 Minuten
Stab
Regie Otto Rippert
Drehbuch Julius Sternheim
Produktion Erich Pommer
Kamera Carl Hoffmann
Besetzung

Das verwunschene Schloß ist ein deutscher Mystery-Stummfilm aus dem Jahre 1918 von Otto Rippert mit Werner Krauß in der Hauptrolle eines schurkischen Schlossverwalters.

Handlung

Vor zwanzig Jahren hat der Graf von Groningen sein Stammschloss verlassen. Seitdem soll es dort spuken. Kurz vor seiner Flucht aus den dunklen Gemäuern hatte der Graf sein neugeborenes Kind dem Verwalter und Bauern Grödner zur Pflege überlassen. Der fiese Grödner hatte aber bereits vorher sein eigenes Kind Veronika mit dem gräflichen in der Wiege ausgetauscht, wohl weil er hoffte, auf diese Weise einmal in den Besitz des Schlosses zu kommen. Nun wachsen Gisela und Veronika wie Schwestern auf dem Gutshof auf. Eines Tages begegnen die beiden Mädchen bei einem Spaziergang einem fahrenden Sänger mit Namen Gontard. Dieser findet rasch Gefallen an Veronika. Zeitgleich mit Gontards Erscheinen taucht im Ort auch ein neuer Amtmann auf. Er wurde entsandt, um herauszufinden, was es mit den Spukgeschichten auf Schloss Groningen für eine Bewandtnis hat.

Am folgenden Abend findet im Dorf ein Tanzfest im Dorf statt. Auch Veronika, Gisela und Gontard sind dabei. Während der Dörfler Franz seine Gisela anbaggert, bemerken Gontard und Veronika aus dem angeblich unbewohnten Schloss einen Lichtkegel herausscheinen. Die Dorfgemeinde wird alarmiert und man begibt sich zu Grödner, um nach dem Schlüssel zum Schlosstor zu verlangen. Doch Grödner ist unauffindbar. Der Amtmann nimmt nicht zu unrecht an, dass Grödner aus ganz eigensüchtigen Gründen diesen Spuk veranstaltet habe, um Fremde vom Schloss fernzuhalten. Doch fehlen dem Offiziellen die Beweise, um Grödner festzunageln und wegen groben Unfugs einzusperren.

Veronika und Gontard kommen sich immer näher; der junge Mann entdeckt an ihrem Hals ein Medaillon, das er einst einem Mädchen schenkte, die er kurz zuvor aus einem See gefischt hatte. Jetzt erkennt auch die alte Ursula, einst die Amme der Grafentochter, in Gontard den Neffen des alten Grafen. Sie fordert ihn auf, sich von Grödner den Burgschlüssel zu holen und das Schloss in Besitz zu nehmen. Grödner sieht nun nicht mehr nur seine Fälle in Sachen Schloss wegschwimmen, vielmehr wird ihm klar, dass sein Babytausch von vor 20 Jahren aufzufliegen droht. Er erleidet einen Tobsuchtsanfall. Gontard wird misstrauisch und durchstöbert Dokumente, die schließlich seinen Verdacht erhärten, dass der Verwalter die Babys einst ausgetauscht hatte. Für Franz ist dies ein Segen, dachte er doch, dass seine „Gisela“ die Grafentochter sei, die zu freien aus standesrechtlichen Gründen unmöglich wäre.

Gontard und Franz machen sich nun gemeinsam auf, dem schurkischen Grödner das Handwerk zu legen. Beide schleichen sich ins Schloss und wollen auf Grödner warten, der sicherlich wieder als Spukgestalt nächtliche Lichtspielereien veranstalten werde. Tatsächlich erscheint der Verwalter, und es kommt zum Kampf. Im Sterben liegend, gesteht der Schurke den einstigen Babyaustausch. Mittels einer in Veronikas Medaillon versteckten Chiffre gelingt es den beiden Männern, eine verschlossene Eisentür zu öffnen, hinter der Grödner zuletzt Veronika und die Amme gefangen gehalten hatte. Nun kann Gontard die falsche Veronika, in Wahrheit die Komtess Gisela, endlich heiraten.

Produktionsnotizen

Das verwunschene Schloß wurde im April 1918 der Zensur vorgelegt, jedoch bereits am 28. März 1918 im Berliner Marmorhaus uraufgeführt. Die Länge des Vierakters betrug 1465 Meter.

Kritik

„Dieser romantische Film führt uns in das Land des Märchens. Hella Moja bezwingt uns wieder durch ihr Spiel. In der Szene, in welcher sich das arme Bauernmädchen in die reiche Gräfin verwandelt, spielt sie so natürlich, daß sie unbedingt angenehm und überzeugend auf den Zuseher wirken muß. Auch die übrigen Darsteller füllen voll und ganz ihre Rollen aus. Die überaus spannende Handlung, in der besonders die prächtig durchgeführten Massenszenen die Arbeit des kundigen Regisseurs verraten, hält unser Interesse bis zur letzten Minute wach. Das reizende ländliche Milieu und die gute Photographie sind weitere Vorzüge des Bildes.“

Neue Kino-Rundschau vom 27. Juli 1918. S. 7

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Matthias Möller – Wikipedia

Matthias Möller

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Matthias Möller (* 13. Juli 1658 in Greifenberg; † Januar 1705) war Bürgermeister von Greifenberg in Pommern.

Der Sohn des kurfürstlich-hinterpommerschen Landrats und Greifenberger Bürgermeisters Johann Möller (1623–1680) und der Maria Salzsieder, einer Tochter des Greifenberger Bürgermeisters Matthias Salzsieder, besuchte die Stadtschule in Greifenberg und Gymnasien in Berlin und Stettin. Ab 1678 studierte er an der Universität Frankfurt (Oder) und ab 1680 an der Universität Jena Rechtswissenschaften.

1686 gehörte er dem Stadtrat von Greifenberg an, wurde 1689 Ratskämmerer und 1700 Bürgermeister. Außerdem war wer städtischer Landrat.[1] An Gicht erkrankt, starb er 1705.

Literatur

  • Amandus Karl Vanselow: Gelehrtes Pommern oder Alphabetische Verzeichniss einiger in Pommern gebohrnen Gelehrten männlichen und weiblichen Geschlechtes nach ihren merckwürdigsten Umständen und verfertigten Schrifften. Stargard 1728, S. 75 (Digitalisat).

Fußnoten

  1. Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern. Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. A. Bath, Berlin 1865, S. 178 (Online).
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Mathias Gastritz – Wikipedia

Mathias Gastritz

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Mathias Gastritz (auch Gastharts, Gastatz, Gastritzsch, lat. Castricius; * um 1535; † 9. Dezember 1596 in Amberg) war ein deutscher Organist und Komponist der Renaissance.

Mathias Gastritz wurde am 22. Dezember 1561 zum Organisten der Stadt Amberg bestellt und stand fast 30 Jahre lang in deren Diensten. Nach Rechtsstreitigkeiten und persönlichen Kränkungen legte er 1589 resigniert das Amt nieder. Zu seinen Schülern zählte vermutlich der Komponist Andreas Raselius.

Gastritz’ Kompositionen stehen in der älteren Motettentradition des 16. Jahrhunderts. Sie sind gekennzeichnet durch eine durchsichtige Imitationstechnik und syllabische Textdeklamation; polyphone Anfangsimitationen münden zumeist in einen klaren, homophonen Tonsatz. Eine seiner bekanntesten Kompositionen ist der fünfstimmige Liedsatz Herzlich lieb hab ich dich, o Herr auf einen Text von Martin Schalling (1569).

Werke

  • Novae harmonicae cantiones ut piae, ita etiam suaves et iucundae, quinque vocibus cocinnante, et nunc primum in lucem editae. Nürnberg 1569, U. Neuber (mit lateinischer Vorrede, lateinischer Ode Georg Ludwig Agricolas und einem Brief Martin Luthers an Ludwig Senfl)
  • Teutsche und lateinische Lieder mit 4 Stimmen. Nürnberg 1569
  • Kurtze u. sonderliche Newe Symbola etlicher Fürsten und Herrn, neben andern mehr schönen liedlein mit fünff und vier Stimmen, auff alle Instrument zu gebrauchen gantz dienstlich, Componirt. Nürnberg 1571

Literatur

Weblinks

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